12. Februar 2012
Blitzlicht
Wüste, es ist heiß, der Wind bläst schräg von hinten, glücklicherweise. Kalte Cola Fehlanzeige. 60 km Panamerikana, kein Baum kein Strauch, jetzt geht es auch noch bergauf, durch unwirkliche, nackte schroffe Hügel. Die Straße windet sich und es geht wieder runter. Dankbar sause ich in dem nun kühlenden Fahrtwind. Noch eine Biegung und vor mir tut sich ein grünes Tal auf, Felder, in der Mitte ein Fluss, ein smaragdgrüner Fleck inmitten von Mondlandschaft. Abrupt bremse ich und schaue hinunter auf das Leben. Wasser schießt mir in die Augen, die Träne hinterlässt eine schmutzige Spur auf meiner staubigen Wange.
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Einfahrt in eine typische peruanische mittelgroße Stadt. Die Behausungen sind aus zusammengesuchtem Material, manchmal aus Lehmziegeln. Erbärmlich Hütten eigentlich. Kinder spielen im Dreck, eine alte Frau in zerschlissenen Kleidern schleppt ein riesiges Feuerholzbündel auf dem Rücken über die Straße. Immer wieder solche Szenen. Meine Augen gewöhnen sich nicht daran.. Wieso müssen Menschen so leben? Ich schlucke die Traurigkeit und winke den Menschen zu, die lächeln, rufen uns ein freundliches “Buen Viaje” hinterher.
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Polizeikontrolle. Streng und ernst aussehende Polizisten winken mit einem orangefarbenen Stab Fahrzeuge an die Seite. Manchmal wird ein Auto gefilzt manchmal müssen nur die Papiere vorgezeigt werden. Wir rollen mit unseren Rädern heran. Die ernste Miene der Polizisten hellt sich auf: “Hola”.
Warum müssen wir heute halten? Herzlich schüttelt der Cop unsere schmutzigen Hände, fragt woher wir kommen. “Ahh, Alemania” freut er sich, “Claudio Pizarro?”.
Extra Punkt für uns! “Bremen, Becks Bier?!”
“Claro!”
Noch ein Mal Hände schütteln und der fürsorgliche Hinweis auf die LKWs – Peligroso!
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Anstrengend. Langweilig. Windig. Keine Kurve, die Strecke zieht sich. Viel Verkehr brettert teilweise ohrenbetäubend an uns vorbei. Der Randstreifen ist breit und gut ausgebaut. Mein IPod! Ich wühle in den Tiefen meiner Tasche und stecke mir die ersehnte Glocke, die mich von der Außenwelt abschirmt, in die Ohren. Beschwingt fahre ich singend und wippend weiter. Die Musik katapultiert mich weg von dieser Straße, der Hitze und dem Staub in eine Welt meiner Wahl.
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Der Tag ist heiß es ist trocken, manchmal habe ich das Gefühl jemand hat die Oberhitze im Backofen angemacht und die Umluft angestellt. Das Wasser geht zur Neige und mir ist etwas flau. Wir halten, um ein wenig zu trinken. Markus dreht sich um: “Liebst du mich,” fragt er. “ja,” antworte ich müde. “Dann wird alles gut!” sagt er mit meinem Lieblingslächeln auf den Lippen.
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11. Februar 2012
“Meine Spuren im Sand”
hieß der romantische Schlager von Howard Carpendale. Seitdem ist eine Menge Sand durch die Uhr gerieselt. Jetzt gerade rieselt der heiße Sand bei jedem meiner Schritte aus meinen Schuhen heraus, wenn ich den Fuß hebe, und gleich wieder hinein, wenn sich der Fuß beim nächsten Schritt im Sand vergräbt. Ich mühe mich hinauf auf die hohen Dünen, die unsere Oase Huacachina umgeben. Ich bin neugierig, wie diese Oase und die Umgebung von oben aussieht. Romantik kommt bei dem tiefen Sand und dem steilen Anstieg jedoch nicht auf.
Es ist noch recht früh am Morgen doch der Himmel ist klar und die Sonne brennt schon machtvoll. Oben angekommen blicke ich auf eine Sanddünenwüste wie sie im Bilderbuch steht. Mir fällt die Anfangsszene von der Serie Kung Fu ein, die ich als Kind nie verpassen wollte. David Carradine schreitet dort mit den bewußten Schritten eines Shaolins durch die Wüste. Er hat nur seine kleine Umhängetasche dabei. So ein Blödsinn! Was ich nun vor mir sehe ist eine Landschaft, die keine Fehler verzeiht. Ohne Wasser findet man hier seinen sicheren Tod. Knochentrocken!
Um so erfrischender ist der Anblick der Oase. Ein See mitten in dieser überdimensionalen Sandkiste. Durstig, wie ich hier oben sitze, fühle ich nahezu die erfrischende Kühle des Wassers und der Schatten der Palmen verspricht Erholung von der Sonne. Die wenigen Häuser haben etwas beruhigendes, ein Eindruck von Geborgenheit.
Hinter mir am Fuße der Düne stehen ein paar armselige Hütten und halbfertige Häuser. Der Unterschied des Lebens der Menschen dort zu unserem in Deutschland kann wohl größer kaum sein. Sie werden sich wohl nicht über zu viel Regen oder zu kaltes Wetter beschweren. Auch sind die Regale in den Läden der nahen Stadt nicht so gefüllt wie bei uns und vor allem können sie sich vieles auch nicht leisten. Es ist wohl eher so, dass sie sich über jeden Tag freuen, an dem sie sich satt und gesund schlafen legen, vielleicht in ein Bett, sonst auf dem Lehmboden ihrer Hütte!
Die Art zu Leben ist so vielfältig wie es Menschen auf dieser Welt gibt. In so vielen Filmen und Liedern habe ich von andere Orten und Menschen gesehen und gehört, aber verstehen kann ich es erst jetzt, wo ich es mit eigenen Augen sehe und die Welt mit allen Sinnen erfahren. Wunderbar… anstrengend aber Wunderbar.
31. Januar 2012
“Fahrt bloß nicht nach Lima!”
Das raten uns die meisten, wenn wir das Thema ansprechen. Oder sie meinen, wir sollten zumindest so schnell wie möglich durchfahren, wenn wir die Stadt nicht vermeiden können. Genau das ist aber leider der Fall, weil wir unsere Route wegen der Regenzeit in den Bergen geändert haben, aber anstatt durchzuradeln, fahren wir dann doch lieber mit dem Bus von Trujillo nach Lima, um zu vermeiden durch Gegenden zu kommen über die uns gesagt wurde:”Man kann da fahren, aber haltet unterwegs auf keinen Fall an, egal was passiert!” “Sicher ist sicher,” denken wir und entscheiden uns dann noch für den SuperluxusVIPbus (er heißt tatsächlich VIP Bus!)
Eine gute Wahl wie sich herausstellt. Nachdem wir den Bus bestiegen haben sind wir sicher, dass dies die komfortabelste Busfahrt unseres Lebens werden wird. Es ist so ähnlich wie in der ersten Klasse im Flugzeug, die Sitze sind riesig, sogar Markus hat genug Platz für seine Beine. Eine hübsche Stewardess versorgt uns mit Essen und Trinken, einem Kissen und einer Decke. Wow! So kommen wir sogar relativ gut erholt im Lima an.
Die Endstation ist in San Isidro, einem der wohlhabendsten Stadtteile Limas. Unsere Räder sind heil, das Gepäck komplett und so können wir uns fix auf dem Weg nach Miraflores, einem weiteren vom Reiseführer empfohlenen Stadtteil, machen um ein Hotel zu finden. Dies ist auch der richtige Ort für gutes Essen und ein aufregendes Nachtleben. Nach dem dritten Anlauf finden wir dann auch ein nicht gerade billiges aber dafür sehr komfortables Hotel mit Balkon, Minibar und dem bislang besten
Frühstücksbüffet dieser Reise. In dieser Gegend sind die meisten Gebäude tatsächlich zuende gebaut worden und die sauberen Straßen werden von alten Kolonialbauten und modernen, hippen Gebäuden eingerahmt. Unser Plan für die kommenden Tage ist, gut und viel zu essen und all das zu tun, was Touristen so tun.
Am Paza de Armas, haben das Glück gerade zur Wachablösung da zu sein und wir unternehmen lange Spaziergänge in Miraflores und Barranco, dass sogar eine eigene Seufzerbrücke (Puente de los Suspiros) hat, welche sehr beliebt für erste Treffen ist. Es gibt Kopfsteinpflasterstraßen mit vielen kleinen Cafés und guten bis exzellenten Restaurents. Wir setzen uns, nippen an unserem Pisco Sour und gucken Leute und genießen den europäischen Flair in vollen Zügen. Abends gehen wir in eines der schicken Resaurants und Markus isst Cuy (Meerschweinchen, schmeckt wie Ente sagt er) und ich genieße meinen Causa (peruanischer Kartoffelsalat, lecker) und ein Thunfischgericht, bei dem mir das Wasser im Munde zusammen läuft. Es wird langsam dunkel, die angesagten Bars und Clubs machen auf und nun erwacht die Stadt erst so richtig zum Leben! Für uns ist es Zeit ins Hotel zurück zu gehen, die schönen Betten rufen. Vielleicht gehen wir noch in die Bar, für einen Absacker.
Dankeschön Lima, für diese unerwartet nette Zeit!
17. Januar 2012
Peru ist ein gefährliches Land?!
Seit Tagen radeln wir durch die Wüste, kämpfen mit dem starken Gegenwind und sind froh über jeden kleinen Laden, der kalte Getränke verkauft (von denen es nicht so viele auf der Straße gibt) wir fahren an slumähnlichen Gegenden vorbeigefahren, manchmal leben die Menschen sprichwörtlich im Dreck auf Müllhalden und suchen nach Brauchbarem. Die Reaktionen der Menschen sind meist freundlich, sowohl im Schmutz spielende Kinder als auch alte Menschen, die vor ihren bescheidenen Behausungen fegen, rufen uns ein freundliches “hola” oder “buenos dias” zu. Als wir in einem kleinen Laden mal wieder eine kalte Cola kaufen, holt die Besitzerin sogar extra für uns weitere Stühle von drinnen, so dass wir nicht auf dem Bordstein sitzen müssen.
An einem dieser Tage erscheint plötzlich aus dem Nichts ein großes, neues, gut aussehendes Restaurant. Wir sind hungrig und müde und wollen aus dem Wind raus, also gehen wir rein. Während wir essen gesellen sich ein paar Polizisten zu uns, die auch Mittag machen wollen. Einer fängt ein Gespräch mit uns an, erzählt uns, dass dies ein gefährlicher Ort sei, fragt uns, wo wir hin wollen und rät uns auf sie zu warten, sie würden uns durch die Stadt eskortieren. Okay, denken wir, eine weitere lustige Anekdote, die wir Zuhause erzählen können. Aber da wir in Peru sind und das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, lassen sich unsere Bodyguards Zeit, wir aber sind längst fertig und wollen weiter. Als wir nicht länger warten wollen sagen wir ihnen, dass wir jetzt losfahren, die Herren sind flexibel und informieren uns, dass dann eben ein anderes Auto auf uns warten wird. Und tatsächlich, kaum sind wir auf der Straße taucht ein anderes Polizeiauto auf, welches uns als Begleitschutz mit laufender Warnblinkanlage folgt. Als wir rechts nach Puerto Malabrigo abbiegen überholen sie uns und halten an, um uns zu sagen, dass wir vorsichtig sein sollen und sie am nächsten Morgen wieder da sein werden, um uns den Rest des Weges aus der Stadt heraus zu begleiten.
Die letzten 16 km düsen wir nur so mit 22 km/h unserem Tagesziel entgegen, da wir uns ausnahmsweise aus dem Wind heraus gedreht haben. Unser Hotel hat einen schönen Balkon mit Meerblick und der Ort ist ruhig und friedlich. Wir kochen draußen, schlafen prima und morgens haben wir unsere Polizeifreunde schon fast vergessen.
Am nächsten Morgen ist der Wind abgeflaut und die 16 km zurück zur Kreuzung sind leicht zu fahren. Unterwegs werden wir von einer hübsch angezogenen Frau im mittleren Alter mit Blumen in der Hand, die sie mit in die Kirche nehmen will, gesegnet, sie bewundert was wir tun und wünscht uns ein herzliches “¡vaya con Dios!” zum Abschied.
200 m nachdem wir nach rechts, zurück in die Stadt, abgebogen sind, sind sie wieder da, ein Polizeiauto folgt uns mit Warnblinker! Wir winken und sie winken und sie eskortieren uns professionell aus der Stadt hinaus. Als wir die Carretera Panamericana erreicht haben halten sie an, raten uns, uns vor den LKWs in acht zu nehmen und wünschen uns “buen viaje”. Selten habe ich mich auf dem Rad so sicher gefühlt!
Als wir weiterradeln werden wir von mehreren Polizeiwagen überholt und wir fragen uns, ob wir nun quasi bis Huanchaco, unserem heutigen Tagesziel, weitergereicht werden.
30. November 2011
Alt und vernünftig
Der Papallacta Pass, der vor uns liegt ist 4064 m hoch. Wir sind gestern aus Quito rausgefahren und haben somit unseren ersten Reisetag auf dem Rad hier in Südamerika hinter uns. Wir haben erste Bekanntschaft mit den Strassenverhältnissen gemacht haben festgestellt, wie schwer es uns fällt, auf dieser Höhe bergauf zu fahren. Als wir heute unsere Unterkunft erreicht haben, gibt es ein beeindruckendes Gewitter. Wir freuen uns, dass wir ein festes Dach über dem Kopf haben. Von der Herbergsleitung erfahren wir nebenbei, dass auf der Passhöhe der Niederschlag als Eisregen fällt.
Mir liegt dieser schhhh… Pass quer im Magen. Seit fünf Wochen sind wir nicht mehr mit dem Rad unterwegs gewesen und nun gleich so ein Anfang?
Letzte Woche waren wir wandern, auf dem Hausberg von Quito (Pichincha). Ab 4500m war uns oft leicht duselig im Kopf und wir mussten viele Pausen machen.
Hmmm???
Die Herbergsleitung ist noch mit Ende 50 über diesen Pass geradelt, und ich habe viele Bilder und Geschichten gesehen und gelesen von Menschen allen Alters, die durch die Anden fahren. Dann sollten wir das doch auch schaffen!
Hmmmm???
Wir werden zwei Tage brauchen und müssen unser Zelt dort irgendwo in die Wildniss stellen. Hmmm, Eisregen…. Es ist auch nicht ganz klar ob und wo wir Wasser bekommen. Hmmm
Unsere Zimmernachbarn fahren immer mit den Camionetas (Pickups als Taxi) in die Stadt zum Einkaufen….
Mensch Huebi, was ist los? Triff jetzt mal eine Entscheidung!
Wir fahren morgen mit dem Rad in die Stadt Pifo und nehmen uns eines dieser Lastentaxen über den Pass! Ich habe so oft Glück gehabt beim Wandern, und beim Radreisen, weil ich im Abenteurrausch nicht aufgeben wollte. Immer bin ich heile nach Hause gekommen. Ich habe meine Grenzen oft ausgereizt und heute entscheide ich nicht nur für mich sondern auch für Alexandra. Es ist ein bisschen wie aufgeben, aber ich glaube es ist besser so. Wenn wir uns an dieses Land, die Berge und das Klima gewöhnt haben, bin ich bereit für solche (Tor)touren. Vielleicht werde ich alt, aber mit dieser Entscheidung löst sich ein Knoten in meinem Bauch, und ich will auch diesmal wieder gesund nach Hause kommen!
1. Oktober 2011
Jetzt wird’s heiß
Von Lee Vining am Mono Lake fahren wir auf dem Highway 395 nach Süden. Rechts von uns zieht sich endlos und beeindruckend
die Bergkette der Sierra Nevada. In Lone Pine machen wir uns im Infocenter des Death Valley National Parks schlau, um die Distanzen zwischen den “Wasserstellen” in der Wüste zu klären. Wir kaufen ein und starten am nächsten Morgen noch im Dunkeln, um der Hitze des Tages so weit wie möglich zu entgehen. Die Entfernungen hier im Owens Valley sind enorm. Die Berge auf der anderen Seite des Tales sehen so nah aus und doch scheint es, als kämen wir kein Stück näher. In diesem Tal gab es einmal einen großen See, es war fruchtbar und ein Magnet für Urlauber, bis Los Angeles das Wasser abgezapft hat. In nur 11 Jahren war der See leer. Übrig geblieben ist eine kleine flache Wasserfläche und ein Abbaugebiet für Sulfat.
Als wir uns die ersten Berge hinaufpedaliert haben, tauchen wir in eine Mondlandschaft ein. Hier ist nichts mehr grün, dafür erscheinen die Felsen und Böden in unterschiedlichsten Farbtönen. Lavagestein, zum Teil schwarz glänzend und alle Schattierungen von gelb bis rot von Gesteinen, die ich nicht kenne.
Wir erreichen eine wellige Hochebene und sehen zum ersten Mal Joschua Trees. Es ist warm, aber in unseren weißen Longsleeves und mit den Schlapphüten gegen die Sonne ist es gut auszuhalten. Dann geht es hinunter ins Panamint Valley. Eine irre Abfahrt. Wir fahren kaum schneller als 25 km/h, denn die starken Windböen fegen uns fast von der Straße. Wir tauschen Schlapphut gegen Helm und ziehen die Fahrradhandschuhe trotz der Wärme wieder an. Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es. Der Wind ist wie ein Heißluftföhn. Am Ende führt die Straße geradeaus in ein riesiges Tal nach Panamint Springs, unserem Ziel. Zerzaust und müde freuen wir uns auf ein kühles Getränk, werden aber nicht aufgenommen. Heute findet hier in der Hitze der Wüste eine Hochzeit statt und es ist “geschlossene Gesellschafft”. Nach kurzer Diskussion bietet man uns an, uns mit dem Auto in die Berge auf die andere Seite des Tales zu fahren. Wir schummeln dadurch ein wenig, sparen uns aber den mühsamen Weg bergauf am nächsten Morgen und haben einen relativ kühlen Platz für die Nacht und fernab der Zivilisation einen unglaublichen Sternenhimmel. Wir schauen in die fernen Galaxien und erinnern uns an die Geschichten der Wüste von Jonathan, der uns den Berg raufgefahren hat.
Am nächsten Tag rollen wir ins Death Valley. Wieder im Dunkeln gestartet, erleben wir ein tolles Farbenspiel, das sich mit jeder Minute des Sonnenaufgangs ändert, während uns der noch milde Fahrtwind durch die Haare weht. Unten in Stovepipe Wells machen wir Pause. Die Sonne beginnt nun ihre heisse Runde und wir füllen unsere Wasservorräte auf. Sechs Liter für jeden und heute ist der erste Tag an dem wir es auch brauchen. Es bildet sich kaum Schweiss auf der Haut, denn die Luft ist so trocken, dass jede Feuchtigkeit verdunstet. Der Boden ist ein Backblech und nirgends gibt es Schatten. In dieser futuristischen Welt wurden die Aufnahmen für Starwars gedreht und die wenigen Touristen, die uns im Auto überholen, halten uns bestimmt auch für Außerirdische. – Wer fährt schon mit dem Rad durch die Wüste?
Wir radeln nach Furnace Creek. Hier zeigt sich die Verrücktheit der USA. Es gibt ein Hotel mit Swimming Pool, einen Golfplatz, Restaurants und eigentlich alles was, der gemeine Tourist zur Entspannung braucht. Es gibt auch einen Campground, aber wir nehmen das noch freie Zimmer und entgehen so der Hitze des Tages und dem heißen Fußboden in der Nacht. Ab Oktober ist hier Saison, dann kommen Busse voller Touristen. Der Wüste wird das nicht gerecht. Wir haben das Gefühl, sie wird dadurch entehrt. Es bleibt ein fader Beigeschmack, denn auch wir nutzen den Luxus, um diese Landschaft, die kaum Fehler verzeiht und doch so wunderschön ist, zu sehen.














