12. Februar 2012

Von: Alexandra

Blitzlicht

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Wüste, es ist heiß, der Wind bläst schräg von hinten, glücklicherweise. Kalte Cola Fehlanzeige. 60 km Panamerikana, kein Baum kein Strauch, jetzt geht es auch noch bergauf, durch unwirkliche, nackte schroffe Hügel. Die Straße windet sich und es geht wieder runter. Dankbar sause ich in dem nun kühlenden Fahrtwind. Noch eine Biegung und vor mir tut sich ein grünes Tal auf, Felder, in der Mitte ein Fluss, ein smaragdgrüner Fleck inmitten von Mondlandschaft. Abrupt bremse ich und schaue hinunter auf das Leben. Wasser schießt mir in die Augen, die Träne hinterlässt eine schmutzige Spur auf meiner staubigen Wange.

Einfahrt in eine typische peruanische mittelgroße Stadt. Die Behausungen sind aus zusammengesuchtem Material, manchmal aus Lehmziegeln. Erbärmlich Hütten eigentlich. Kinder spielen im Dreck, eine alte Frau in zerschlissenen Kleidern schleppt ein riesiges Feuerholzbündel auf dem Rücken über die Straße. Immer wieder solche Szenen. Meine Augen gewöhnen sich nicht daran.. Wieso müssen Menschen so leben? Ich schlucke die Traurigkeit und winke den Menschen zu, die lächeln, rufen uns ein freundliches “Buen Viaje” hinterher.

Polizeikontrolle. Streng und ernst aussehende Polizisten winken mit einem orangefarbenen Stab Fahrzeuge an die Seite. Manchmal wird ein Auto gefilzt manchmal müssen nur die Papiere vorgezeigt werden. Wir rollen mit unseren Rädern heran. Die ernste Miene der Polizisten hellt sich auf: “Hola”.
Warum müssen wir heute halten? Herzlich schüttelt der Cop unsere schmutzigen Hände, fragt woher wir kommen. “Ahh, Alemania” freut er sich, “Claudio Pizarro?”.
Extra Punkt für uns! “Bremen, Becks Bier?!”
“Claro!”
Noch ein Mal Hände schütteln und der fürsorgliche Hinweis auf die LKWs – Peligroso!

Anstrengend. Langweilig. Windig. Keine Kurve, die Strecke zieht sich. Viel Verkehr brettert teilweise ohrenbetäubend an uns vorbei. Der Randstreifen ist breit und gut ausgebaut. Mein IPod! Ich wühle in den Tiefen meiner Tasche und stecke mir die ersehnte Glocke, die mich von der Außenwelt abschirmt, in die Ohren. Beschwingt fahre ich singend und wippend weiter. Die Musik katapultiert mich weg von dieser Straße, der Hitze und dem Staub in eine Welt meiner Wahl.

Der Tag ist heiß es ist trocken, manchmal habe ich das Gefühl jemand hat die Oberhitze im Backofen angemacht und die Umluft angestellt. Das Wasser geht zur Neige und mir ist etwas flau. Wir halten, um ein wenig zu trinken. Markus dreht sich um: “Liebst du mich,” fragt er. “ja,” antworte ich müde. “Dann wird alles gut!” sagt er mit meinem Lieblingslächeln auf den Lippen.

 

11. Februar 2012

Von: Markus

“Meine Spuren im Sand”

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hieß der romantische Schlager von Howard Carpendale. Seitdem ist eine Menge Sand durch die Uhr gerieselt. Jetzt gerade rieselt der heiße Sand bei jedem meiner Schritte aus meinen Schuhen heraus, wenn ich den Fuß hebe, und gleich wieder hinein, wenn sich der Fuß beim nächsten Schritt im Sand vergräbt. Ich mühe mich hinauf auf die hohen Dünen, die unsere Oase Huacachina umgeben. Ich bin neugierig, wie diese Oase und die Umgebung von oben aussieht. Romantik kommt bei dem tiefen Sand und dem steilen Anstieg jedoch nicht auf.

Es ist noch recht früh am Morgen doch der Himmel ist klar und die Sonne brennt schon machtvoll. Oben angekommen blicke ich auf eine Sanddünenwüste wie sie im Bilderbuch steht. Mir fällt die Anfangsszene von der Serie Kung Fu ein, die ich als Kind nie verpassen wollte. David Carradine schreitet dort mit den bewußten Schritten eines Shaolins durch die Wüste. Er hat nur seine kleine Umhängetasche dabei. So ein Blödsinn! Was ich nun vor mir sehe ist eine Landschaft, die keine Fehler verzeiht. Ohne Wasser findet man hier seinen sicheren Tod. Knochentrocken!

Um so erfrischender ist der Anblick der Oase. Ein See mitten in dieser überdimensionalen Sandkiste. Durstig, wie ich hier oben sitze, fühle ich nahezu die erfrischende Kühle des Wassers und der Schatten der Palmen verspricht Erholung von der Sonne. Die wenigen Häuser haben etwas beruhigendes, ein Eindruck von Geborgenheit.

Hinter mir am Fuße der Düne stehen ein paar armselige Hütten und halbfertige Häuser. Der Unterschied des Lebens der Menschen dort zu unserem in Deutschland kann wohl größer kaum sein. Sie werden sich wohl nicht über zu viel Regen oder zu kaltes Wetter beschweren. Auch sind die Regale in den Läden der nahen Stadt nicht so gefüllt wie bei uns und vor allem können sie sich vieles auch nicht leisten. Es ist wohl eher so, dass sie sich über jeden Tag freuen, an dem sie sich satt und gesund schlafen legen, vielleicht in ein Bett, sonst auf dem Lehmboden ihrer Hütte!

Die Art zu Leben ist so vielfältig wie es Menschen auf dieser Welt gibt. In so vielen Filmen und Liedern habe ich von andere Orten und Menschen gesehen und gehört, aber verstehen kann ich es erst jetzt, wo ich es mit eigenen Augen sehe und die Welt mit allen Sinnen erfahren. Wunderbar… anstrengend aber Wunderbar.

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26. August 2011

Von: Markus

Hilfe, ich muss bestellen!

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Meine Noten in Englisch waren nie so besonders gut. Um ehrlich zu sein, ich bin wegen der Sprachen sogar ein Mal sitzen geblieben. Ich habe mir in meinem Job einen ausreichenden Vokabelschatz für die technische Welt beigebracht und kam ganz gut zurecht. Nun bin ich in den USA! Der erste Eindruck war erleichternd. Ich verstehe 90 Prozent dessen was gesprochen wird.
Als wir nun zum ersten Mal ein Frühstück im Café einnehmen wollen, erwacht wieder das alte Trauma meiner schlechten Englischnoten.
Rührei soll es sein, denn Eier essen wir wenig, da wir sie nur in 12er Packeten bekommen und wir sie kaum heile auf dem Rad transportieren koennen. Rührei heisst scrambled eggs, und die bestelle ich nun. Die nette Bedienung fragt welches Brot ich moechte, und dann kommt etwas wie: “white, wheat, English muffin, or… ”
Ich schaffe es kaum die Worte zu erkennen. Das einzige was ich verstehe ist white. Also white! Jetzt fragt sie irgendwas mit Potatos und wieder folgt eine Liste mit mir unbekannten Worten. Etwas verwirrt antworte ich “Yes”, und die Kellnerin notiert etwas. Es folgt die Frage nach der Sauce. Sauce? Ich will Rührei!
Ich traue mich kaum noch Kaffee zu bestellen… Und tatsächlich, es wäre ja auch zu einfach gewesen, gibt den Kaffee hier entkoffeiniert, und mit 1001 Flavors.
What the f…
Kurz darauf kommt guter Kaffee und Alexandra organisiert noch Milch dazu. Ein paar Minuten später serviert die Kellnerin ein Frühstück das jeden Radreisenden gluecklich macht. Scrambled egs, Hashbrowns, Bacon, Ketshup and White Toast . Als normaler Mensch kann man diese Menge nicht essen, wir schon!
Wie es scheint gibt es doch so einige Vokabeln, die man nur im “richtigen Leben” lernt, oder ich habe damals in der Schule wieder nicht aufgepasst.
Inzwischen habe ich mich hier eingelebt. Mit Alexandra habe ich mein lebendes Wörterbuch an meiner Seite und verhungert bin ich ganz sicher auch nicht!

 

3. August 2011

Von: Alexandra

Hasslieben

Somewhere on Highway 101Seit fast drei Wochen sind wir nun unterwegs. Da kristallisieren sich natuerlich Vorlieben und Abneigungen heraus. Am meisten von uns gehasst wird, in der folgenden Reihenfolge: Holztransporte, LKW, Pick up Trucks (besonders die Dodge Rams und Chevrolets), schmale Randstreifen (kleiner als einen Meter), Regen, Gegenwind, sehr steile Steigungen. Starker Verkehr gepaart mit schmalen Randstreifen ist das schlimmste. Gestern sind wir den ganzen Tag auf dem Highway 18 gefahren (starker Verkehr und schmale Randstreifen). Ungef’aehr. 90 km. Was uns erschoepft hat waren nicht die Huegel, es war der unglaubliche Verkehrslaerm. Immer wenn und einer dieser besch… Holztransporter ueberholt hat, habe ich mich an meinem Lenker festgeklammert so gut ich konnte. Abends war ich dann ganz verspannt.

Das Beste, was einem auf einer Radreise durch die USA passieren kann sind die Menschen. Immer wenn wir an einer Ecke anhalten um auf die Karte zu sehen oder einfach nur um etwas zu trinken gibt es fast immer jemanden, der das sieht und zu uns mit einem freundlichen: “Can I help you?” Begruesst. Auf diese Art und Weise haben wir schon Umwege vermieden, einen schoenen Platz zum Mittag machen gefunden, wurden zum Duschen in ein Haus eingeladen (nach einer grossartigen Mittagspause am Strand) oder die Menschen wuenschen uns einfach alles Gute. In einer Baeckerei wurde uns ein Computer zur Benutzung angeboten als wir nach Internetzugang gefragt haben… Ich stell mir das jetzt mal in einer deutschen Baeckerei vor… Wir werden buchstaeblich auf einer Welle der Freundlichkeit und Hilfe vorangeblasen.

Die letzten beiden Tage waren wir bei Nadine und Jon in Dundee, die uns vorher nur aus dem Internet kannten!! Zwei Naechte durften wir bei ihnen in einem wunderschoenen Zimmer schlafen und haben allerbestes Essen genossen (alles frisch gepflueckt und Bio) und wunderbaren Oregon Wein getrunken. Wir haben viele Menschen getroffen: einen Winzer, eine junge Frau aus Idaho, ein schwules Paar aus San Francisco die einfach urkomisch waren. Wir durften Bohnen, Gurken und Pettypan Squash zusammen mit Nadine und Jon ernten, sassen morgens auf der Couch auf der Veranda und haben Kaffee getrunken. Es war der perfekte Ort zum entspannen und das taten wir dann auch.

Tatsaechlich haben wir schon so viele Einladungen gehabt, dass wir gar nicht allen nachkommen konnten. Also vielen Dank an alle, die uns bei sich aufgenommen oder zu sich eingeladen haben, danke fuer die viele Freundlichkeit und das Interesse. Das hat unsere Reise schon jetzt zu etwas sehr besonderem werden lassen.

 

24. Juni 2011

Von: Markus

Die Relativitätstheorie unserer Reise

Als Albert Einstein 1905 vor rund 200 Wissenschaftlern seine Relativitätstheorie vorgestellt hat, erschütterte er die Grundfesten der Physik. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass die Zeit immer und überall gleich abläuft. Der gute Albert rechnete nun vor, dass es sehr wohl vom Ort abhängig ist wie schnell Artikel lesen

 

14. Mai 2011

Von: Markus

Ein Lächeln im Bauch

Ich bin zwei Tage in Köln, und wie so oft habe ich auch dieses Mal meinen Zeitplan so gestaltet das keine Hektik aufkommt. Lieber sitze ich noch eine Zeit in der Stadt oder schlendere herum und schau mir Kultur und Menschen an. Meine Gedanken lümmeln sich gemeinsam mit mir irgendwo herum oder laufen ziellos durch die Welt. Gerne sitze ich bei gutem Wetter auf öffentlichen Plätzen Artikel lesen

 

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