31. Januar 2012

Von: Alexandra

“Fahrt bloß nicht nach Lima!”

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Das raten uns die meisten, wenn wir das Thema ansprechen. Oder sie meinen, wir sollten zumindest so schnell wie möglich durchfahren, wenn wir die Stadt nicht vermeiden können. Genau das ist aber leider der Fall, weil wir unsere Route wegen der Regenzeit in den Bergen geändert haben, aber anstatt durchzuradeln, fahren wir dann doch lieber mit dem Bus von Trujillo nach Lima, um zu vermeiden durch Gegenden zu kommen über die uns gesagt wurde:”Man kann da fahren, aber haltet unterwegs auf keinen Fall an, egal was passiert!” “Sicher ist sicher,” denken wir und entscheiden uns dann noch für den SuperluxusVIPbus (er heißt tatsächlich VIP Bus!)

Eine gute Wahl wie sich herausstellt. Nachdem wir den Bus bestiegen haben sind wir sicher, dass dies die komfortabelste Busfahrt unseres Lebens werden wird. Es ist so ähnlich wie in der ersten Klasse im Flugzeug, die Sitze sind riesig, sogar Markus hat genug Platz für seine Beine. Eine hübsche Stewardess versorgt uns mit Essen und Trinken, einem Kissen und einer Decke. Wow! So kommen wir sogar relativ gut erholt im Lima an.

Die Endstation ist in San Isidro, einem der wohlhabendsten Stadtteile Limas. Unsere Räder sind heil, das Gepäck komplett und so können wir uns fix auf dem Weg nach Miraflores, einem weiteren vom Reiseführer empfohlenen Stadtteil, machen um ein Hotel zu finden. Dies ist auch der richtige Ort für gutes Essen und ein aufregendes Nachtleben. Nach dem dritten Anlauf finden wir dann auch ein nicht gerade billiges aber dafür sehr komfortables Hotel mit Balkon, Minibar und dem bislang besten
Frühstücksbüffet dieser Reise. In dieser Gegend sind die meisten Gebäude tatsächlich zuende gebaut worden und die sauberen Straßen werden von alten Kolonialbauten und modernen, hippen Gebäuden eingerahmt. Unser Plan für die kommenden Tage ist, gut und viel zu essen und all das zu tun, was Touristen so tun.

Am Paza de Armas, haben das Glück gerade zur Wachablösung da zu sein und wir unternehmen lange Spaziergänge in Miraflores und Barranco, dass sogar eine eigene Seufzerbrücke (Puente de los Suspiros) hat, welche sehr beliebt für erste Treffen ist. Es gibt Kopfsteinpflasterstraßen mit vielen kleinen Cafés und guten bis exzellenten Restaurents. Wir setzen uns, nippen an unserem Pisco Sour und gucken Leute und genießen den europäischen Flair in vollen Zügen. Abends gehen wir in eines der schicken Resaurants und Markus isst Cuy (Meerschweinchen, schmeckt wie Ente sagt er) und ich genieße meinen Causa (peruanischer Kartoffelsalat, lecker) und ein Thunfischgericht, bei dem mir das Wasser im Munde zusammen läuft. Es wird langsam dunkel, die angesagten Bars und Clubs machen auf und nun erwacht die Stadt erst so richtig zum Leben! Für uns ist es Zeit ins Hotel zurück zu gehen, die schönen Betten rufen. Vielleicht gehen wir noch in die Bar, für einen Absacker.

Dankeschön Lima, für diese unerwartet nette Zeit!

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17. Januar 2012

Von: Alexandra

Peru ist ein gefährliches Land?!

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Seit Tagen radeln wir durch die Wüste, kämpfen mit dem starken Gegenwind und sind froh über jeden kleinen Laden, der kalte Getränke verkauft (von denen es nicht so viele auf der Straße gibt) wir fahren an slumähnlichen Gegenden vorbeigefahren, manchmal leben die Menschen sprichwörtlich im Dreck auf Müllhalden und suchen nach Brauchbarem. Die Reaktionen der Menschen sind meist freundlich, sowohl im Schmutz spielende Kinder als auch alte Menschen, die vor ihren bescheidenen Behausungen fegen, rufen uns ein freundliches “hola” oder “buenos dias” zu. Als wir in einem kleinen Laden mal wieder eine kalte Cola kaufen, holt die Besitzerin sogar extra für uns weitere Stühle von drinnen, so dass wir nicht auf dem Bordstein sitzen müssen.

An einem dieser Tage erscheint plötzlich aus dem Nichts ein großes, neues, gut aussehendes Restaurant. Wir sind hungrig und müde und wollen aus dem Wind raus, also gehen wir rein. Während wir essen gesellen sich ein paar Polizisten zu uns, die auch Mittag machen wollen. Einer fängt ein Gespräch mit uns an, erzählt uns, dass dies ein gefährlicher Ort sei, fragt uns, wo wir hin wollen und rät uns auf sie zu warten, sie würden uns durch die Stadt eskortieren. Okay, denken wir, eine weitere lustige Anekdote, die wir Zuhause erzählen können. Aber da wir in Peru sind und das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, lassen sich unsere Bodyguards Zeit, wir aber sind längst fertig und wollen weiter. Als wir nicht länger warten wollen sagen wir ihnen, dass wir jetzt losfahren, die Herren sind flexibel und informieren uns, dass dann eben ein anderes Auto auf uns warten wird. Und tatsächlich, kaum sind wir auf der Straße taucht ein anderes Polizeiauto auf, welches uns als Begleitschutz mit laufender Warnblinkanlage folgt. Als wir rechts nach Puerto Malabrigo abbiegen überholen sie uns und halten an, um uns zu sagen, dass wir vorsichtig sein sollen und sie am nächsten Morgen wieder da sein werden, um uns den Rest des Weges aus der Stadt heraus zu begleiten.

Die letzten 16 km düsen wir nur so mit 22 km/h unserem Tagesziel entgegen, da wir uns ausnahmsweise aus dem Wind heraus gedreht haben. Unser Hotel hat einen schönen Balkon mit Meerblick und der Ort ist ruhig und friedlich. Wir kochen draußen, schlafen prima und morgens haben wir unsere Polizeifreunde schon fast vergessen.

Am nächsten Morgen ist der Wind abgeflaut und die 16 km zurück zur Kreuzung sind leicht zu fahren. Unterwegs werden wir von einer hübsch angezogenen Frau im mittleren Alter mit Blumen in der Hand, die sie mit in die Kirche nehmen will, gesegnet, sie bewundert was wir tun und wünscht uns ein herzliches “¡vaya con Dios!” zum Abschied.

200 m nachdem wir nach rechts, zurück in die Stadt, abgebogen sind, sind sie wieder da, ein Polizeiauto folgt uns mit Warnblinker! Wir winken und sie winken und sie eskortieren uns professionell aus der Stadt hinaus. Als wir die Carretera Panamericana erreicht haben halten sie an, raten uns, uns vor den LKWs in acht zu nehmen und wünschen uns “buen viaje”. Selten habe ich mich auf dem Rad so sicher gefühlt!

Als wir weiterradeln werden wir von mehreren Polizeiwagen überholt und wir fragen uns, ob wir nun quasi bis Huanchaco, unserem heutigen Tagesziel, weitergereicht werden.

 

22. November 2011

Von: Alexandra

Radeln in Quito

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06. 11. 2011

Heute haben wie unsere Räder das erste Mal in der Stadt ausgeführt. Das Fahren ist hier schon recht anders als in den großen Städten der USA und natürlich ganz anders als das Radeln in Deutschland.

Auf den ersten Blick erscheint der Verkehr sehr chaotisch und Rad fahren ist wahrscheinlich das letzte was man hier tun möchte. Trotzdem habe ich mich hier auf dem Rad sicherer gefühlt als in El Paso, Texas oder anderen großen US Städten. Immerhin gibt es hier manchmal Radfahrer also rechnen die Autofahrer mehr mit uns.

Weil der Fahrstil hier so ganz anders ist (rote Ampeln sind relativ, Kurven werden geschnitten, was bitte sind Geschwindigkeitsbegrenzungen) passen alle viel mehr auf um vielleicht doch eine Lücke zu ergattern, in die sie schlüpfen können. So habe ich das Gefühl, tatsächlich gesehen zu werden. Jeder fährt da wo Platz ist, wenn ich also Platz mit meinem Rad okkupiere, fahren die Leute um mich herum. In den USA gehören Radler einfach nicht zum Konzept und viele Autofahrer wollen partout nicht ihre Spur verlassen, was dann eher dazu führte, dass wir geschnitten wurden.

Übrigens: Die Busse sind Marke Mercedes und halten an wann man will, die Fahrertür ist immer offen, war da überhaupt ne Tür? Im allgemeinen sind die Autos kleiner, heute haben wir unsere Fahrräder mit ins Restaurant genommen, alles ist viel chaotischer aber auch viel flexibler. Ein Taxi in die historische Altstadt kostet 2$ und sie sind schnell. Me likeee mucho.

08. 11. 2011

Heute haben wir einen dieser Busse in die Stadt genommen. Es arbeiten immer zwei Leute im Bus: der eine fährt, der andere sammelt das Geld ein, ruft an jeder Haltestelle laut aus wohin der Bus fährt und passt auf, dass der Busfahrer nicht eventuelle Passagiere überfährt.

Eine Fahrt kostet 25 US cents egal wie weit man fährt. Für viele scheint das ein guter Preis zu sein denn die Busse sind immer recht voll. In Quito sind die Straßen oft sehr schmal und steil, so wie die Straßen in San Francisco aber voller, die Autofahrer Hupen permanent und machen sich ihre eigenen Regeln. In diesem sympathischen Chaos versucht nun etwas so großes wie ein Bus seinen Weg zu finden. Der Bus hält nicht nur an Haltestellen sondern auch dann wenn man will, man muss nur dem Geldeinsammler Bescheid sagen.

Es war wie in dem verrückten Bus in einem der Harry Potter Filme, in dem der Busfahrer die engen Straßen wie ein Wilder entlang heizt und der Bus sich dünn macht wenn es zu eng wird. Wer braucht schon Achterbahnen?!? Aaaaber, für fast nix sind wir fix angekommen und können eine weitere Geschichte erzählen.

 

3. August 2011

Von: Alexandra

Hasslieben

Somewhere on Highway 101Seit fast drei Wochen sind wir nun unterwegs. Da kristallisieren sich natuerlich Vorlieben und Abneigungen heraus. Am meisten von uns gehasst wird, in der folgenden Reihenfolge: Holztransporte, LKW, Pick up Trucks (besonders die Dodge Rams und Chevrolets), schmale Randstreifen (kleiner als einen Meter), Regen, Gegenwind, sehr steile Steigungen. Starker Verkehr gepaart mit schmalen Randstreifen ist das schlimmste. Gestern sind wir den ganzen Tag auf dem Highway 18 gefahren (starker Verkehr und schmale Randstreifen). Ungef’aehr. 90 km. Was uns erschoepft hat waren nicht die Huegel, es war der unglaubliche Verkehrslaerm. Immer wenn und einer dieser besch… Holztransporter ueberholt hat, habe ich mich an meinem Lenker festgeklammert so gut ich konnte. Abends war ich dann ganz verspannt.

Das Beste, was einem auf einer Radreise durch die USA passieren kann sind die Menschen. Immer wenn wir an einer Ecke anhalten um auf die Karte zu sehen oder einfach nur um etwas zu trinken gibt es fast immer jemanden, der das sieht und zu uns mit einem freundlichen: “Can I help you?” Begruesst. Auf diese Art und Weise haben wir schon Umwege vermieden, einen schoenen Platz zum Mittag machen gefunden, wurden zum Duschen in ein Haus eingeladen (nach einer grossartigen Mittagspause am Strand) oder die Menschen wuenschen uns einfach alles Gute. In einer Baeckerei wurde uns ein Computer zur Benutzung angeboten als wir nach Internetzugang gefragt haben… Ich stell mir das jetzt mal in einer deutschen Baeckerei vor… Wir werden buchstaeblich auf einer Welle der Freundlichkeit und Hilfe vorangeblasen.

Die letzten beiden Tage waren wir bei Nadine und Jon in Dundee, die uns vorher nur aus dem Internet kannten!! Zwei Naechte durften wir bei ihnen in einem wunderschoenen Zimmer schlafen und haben allerbestes Essen genossen (alles frisch gepflueckt und Bio) und wunderbaren Oregon Wein getrunken. Wir haben viele Menschen getroffen: einen Winzer, eine junge Frau aus Idaho, ein schwules Paar aus San Francisco die einfach urkomisch waren. Wir durften Bohnen, Gurken und Pettypan Squash zusammen mit Nadine und Jon ernten, sassen morgens auf der Couch auf der Veranda und haben Kaffee getrunken. Es war der perfekte Ort zum entspannen und das taten wir dann auch.

Tatsaechlich haben wir schon so viele Einladungen gehabt, dass wir gar nicht allen nachkommen konnten. Also vielen Dank an alle, die uns bei sich aufgenommen oder zu sich eingeladen haben, danke fuer die viele Freundlichkeit und das Interesse. Das hat unsere Reise schon jetzt zu etwas sehr besonderem werden lassen.

 

5. Februar 2011

Von: Markus

Fahrrad trifft Auto

Das Auto mit dem klassischen Verbrennungsmotor hat seine besten Tage hinter sich. Der Sprit geht aus. Das kann man nicht mehr schön reden. Mobilität muss neu definiert werden. Ich glaube auf dem Weg in eine moderne nachhaltige Mobilität werden sich Auto und Radfahrer Artikel lesen