Busfahren

Von Tulcea nehmen wir den Überlandbus nach Galati. Wir kaufen uns das Ticket für einen großen Bus, der auch die Räder transportiert, am Vortag und erfragen die Abfahrtszeit.
Als wir am Reisetag an der Haltestelle sind und die Abfahrtszeit verstreicht, ohne dass ein großer Bus kommt, erfahren wir, dass der Bus kaputt ist und erst in 2 h fährt. Als der Bus endlich kommt, werden die Räder hinten reingestopft. Mir wird ganz anders, und ich frage mich, ob ich genug Werkzeug mit habe...
Der Busfahrer sieht aus wie der aus dem Harry Potter Film. Er telefoniert, kassiert und nebenbei fährt er den Bus. Bremsen ist nicht vorgesehen, stattdessen wird gehupt. Die Menschen gehen zur Seite, die Tiere (Hunde, Katzen, Schafe) nicht immer. Sie liegen deswegen in allen Stadien der Verwesung am Straßenrand oder humpeln auf drei Beinen. Es wird völlig entspannt vor Kurven oder Bergkuppen überholt. Die ganzen Madonnenbildchen über dem Armaturenbrett beschützen uns. 
Der Bus ist modern. Es gibt Monitore, auf denen „Catwoman“ läuft. Die Lüftung läuft, kommt aber gegen den Schweißgeruch der Passagiere nicht an. Der Fahrer hält, wenn jemand am Straßenrand winkt. Wer aussteigen will, sagt einfach dem Fahrer Bescheid. Letztendlich kommen wir und die Räder heile an. Die Fähre über die Donau wird gerade beladen. Alexandra versucht schnell noch Tickets zu bekommen, aber die Kasse ist kaputt. Als auf der Fähre jemand winkt, schieben wir auf das Schiff und fahren umsonst mit. Ein Mann fragt mich, woher wir kommen. Als er Germania hört, nimmt er meine Hand und hört gar nicht wieder auf, sie zu schütteln. Germania gut, sehr gut, Kultur gut, Arbeit gut. Er arbeitet am Institut für Schiffahrt in Galati.
Er nennt uns auch Hotels in Galati, die gut sein sollen. Als wir im Hotel ankommen, sind wir schlapp. Wir sind nur 3 km Rad gefahren, aber die ganzen Eindrücke machen kopfmüde. 
Morgen geht es in die Ukraine, da können wir nicht mal mehr die Schrift lesen.

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