Camping im Garten

Es ist heiß heute. Wir sind unterwegs nach Buzau. Die Stadt ist laut Karte etwas größer, und wir wollen uns ein Zimmer nehmen, um mal wieder zu duschen. Wir erreichen die ersten Häuser am frühen Nachmittag. Es sieht ärmlich aus. Die Straßen sind schlecht und staubig. Ein Jugendlicher ruft uns irgendwas hinterher, was wir nicht verstehen. Wir suchen die Innenstadt, die kommt aber irgendwie nicht so richtig. Stattdessen setzt sich der schmuddelige Eindruck fort. Wir haben kein gutes Gefühl in der Magengegend und wollen auf keinen Fall hier bleiben. Ein Polizist zeigt uns den Weg aus der Stadt heraus. Später, vielleicht so gegen 6 Uhr, sind wir wieder irgendwo in der immer noch heißen Ebene, die sich zwischen den Karpaten und dem Schwarzen Meer erstreckt. Wir sind müde und ratlos, was die Übernachtung anbetrifft. Überall ist Landwirtschaft und es gibt viele streunende Hunde. In dem kleinen Dorf Scurtesti sitzen Männer und Frauen am Straßenrand im Schatten. Wir fragen, ob wir hier irgendwo unser Zelt aufstellen dürfen. Eine Frau mit Fotohandy bejaht nach einer Diskussion mit den anderen und geht mit uns zu ihrem Nachbargrundstück. Dort hat irgendwer angefangen zu bauen, ist pleite gegangen und ward nicht mehr gesehen. Nun stellen wir unser Zelt dorthin und bauen aus Mauersteinen und Schalhölzern einen Tisch. Ein Auto hält und drei Männer steigen aus. Einer spricht uns auf Deutsch an. Er ist der Schwiegersohn der Frau und hat ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet. Wir stellen uns vor und erzählen von unserer Reise. Er lädt uns zu sich nach Hause ein, aber wir lehnen ab, da wir eine lange Nacht mit viel Bier und Vodka befürchten. Wir bitten um Wasser, damit wir uns waschen können. 10 Minuten später haben wir einen großen Eimer voll kaltem Wasser mit Schöpfkelle. Als unser Essen fast fertig ist, kommt Schwiegermutter noch einmal mit der Tochter und Enkel im Schlepptau. Die Tochter spricht ein bisschen Englisch, was sie aus dem Fernsehen gelernt hat. Der Enkel streift seine Schüchternheit ab, als ich ihm eine Tüte Gummibären schenke. Wir essen. Später kommen immer wieder Leute, die uns kennen lernen wollen. Die Unterhaltung fällt schwer, aber ein bisschen geht immer. Mit Englisch, Italienisch oder Französisch. Oder mit Händen und Füßen. Ein Hund nervt. Ich versuche mich mit ihm anzufreunden, aber immer, wenn ich auf ihn zu gehe, läuft er kläffend zurück.
Nachts hört das Gebell nicht auf. Alexandra fordert mich auf, diesen Hund abzustellen. Ich krabbel aus dem Zelt und sehe in der Dunkelheit nur schemenhaft den Hund. Mehr nach Gehör werfe ich einen Stein. Der Hund bestätigt den Treffer mit Gejaul. Danach ist Ruhe, endlich. Morgens stehen wir um 5 Uhr auf, um der Hitze des Tages zuvor zu kommen. Schwiegermutter schaut noch, ob wir alles haben. Wir hinterlassen unsere Mail- und Internet-Adresse und radeln wieder los, Richtung Braila.

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