Ein Lächeln im Bauch

Ich bin zwei Tage in Köln, und wie so oft habe ich auch dieses Mal meinen Zeitplan so gestaltet das keine Hektik aufkommt. Lieber sitze ich noch eine Zeit in der Stadt oder schlendere herum und schau mir Kultur und Menschen an. Meine Gedanken lümmeln sich gemeinsam mit mir irgendwo herum oder laufen ziellos durch die Welt. Gerne sitze ich bei gutem Wetter auf öffentlichen Plätzen und beobachte das bunte Treiben. Ein bisschen vergleiche ich mich auf diese Weise mit der Welt, finde Bestätigung, entdecke Möglichkeiten oder freue mich einfach über die Vielfalt des Lebens.
Am Rheinufer habe ich einen Platz auf einer Art Brunnenanlage gefunden. Steine und unterschiedliche Quader, werden vom Wasser umspült und stellen einen munter plätschernden Bach dar. Für eine kleines Stündchen nehme ich einen dieser Quader in Besitz, ziehe meine Schuhe aus und lasse mir die frühsommerliche Sonne ins Gesicht scheinen. Kinder spielen barfuß im Wasser der Brunnenanlage und ihre Eltern machen sich sorgen um die Hosen der kleinen, die mit jedem Schritt nasser werden. Die Sprachen sind ganz unterschiedlich, eine spanische Jugendgruppe geht vorbei und ich versuche mit meinen bescheidenen Kenntnissen etwas zu verstehen.
Ein älteres Paar, mit grauem Haar, vielleicht im frühen Rentenalter hält kurz inne. Wie zwei Kinder versuchen sie dann mit geschickten Schritten von Stein zu Stein trockenen Fusses auf die andere Seite zu kommen. Er ist der mutigere und trittsicher auf jedem Stein. Wie ein charmanter Abenteuer reicht er ihr helfend die Hand. Gemeinsam kommen sie auf der anderen Seite an und fallen sich lachend in die Arme.
Ein Mann im Anzug hält mit seinem Fahrrad, zieht die Schuhe aus und kühlt seine Füße, die wohl einen langen Bürotag in den Schuhen verbracht habe im Wasser.
Auf dem Rhein ziehen immer wieder Schiffe vorbei, kleine Sportboote und große Pötte, kurz davor rollen Radfahrer den Rheinradweg entlang.
Mit einem lächeln im Bauch, mache mich auf den Rückweg, vorbei an diesem beindruckend großen Kölner Dom zum Bahnhof, um in den Zug nach Bremen zu steigen.

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