FAQ unserer Südamerika Radreise

Unterwegs auf der Straße und in den Hostels treffen wir ganz unterschiedliche Menschen, die im Grunde jedoch die gleichen Fragen an uns als Radreisende haben (es sei denn es sind auch Radreisende). Hier nun (zum Teil mit einem Augenzwinkern) einige der wiederkehrenden Fragen und unsere Antworten:

Wo kommt ihr denn her und wo wollt ihr hin?
Wir sind aus Deutschland und mit dem Flugzeug nach Cuzco, Peru geflogen. Von dort sind wir mit dem Fahrrad mehr oder weniger bis Mendoza gefahren, dann mit dem Bus nach Bariloche und nun wieder mit dem Rad Richtung Valparaiso.

Was, so weit? Das könnte ich nicht!
Brauchst du auch nicht, obwohl es machbar ist. Jeden Tag ein kleines Stück, so wie früher die Sache mit dem Sparschwein.

Ist das nicht gefährlich?
Das Leben ist eins der Härtesten seiner Art und endet meistens mit dem Tod! Wichtig ist es sich auf eine solche Reise richtig vorzubereiten, so dass man auf möglichst viele Eventualitäten vorbereitet ist. Alles Andere ist das Abenteuer!

Habt ihr keine Angst überfallen zu werden?
Siehe oben! Bisher sind wir in allen Ländern freundlichen hilfsbereiten Menschen begegnet. Wir haben eine Vereinbarung getroffen. Wenn sich einer von uns an einem Ort nicht wohl fühlt, fahren wir ohne Diskussion weiter. Manchmal hilft uns so vielleicht der "siebte Sinn".

Ist es nicht anstrengend mit einem so vollbepackten Rad durch die Anden zu fahren?
Ja, besonders bergauf! Jeder von uns trägt auf dem Rad zwischen 30 und 40 kg Gepäck, je nachdem wie viel Wasser und Lebensmittel wir gerade dabei haben. Bergauf fahren wir dann noch 5-6 km/h.

Und wie weit fahrt ihr so pro Tag?
Je nach Gelände und Wind zwischen 30 und 100 km. Es ist wichtig die eigene Reichweite zu kennen um Etappen ohne Wasser einschätzen zu können. Ansonsten geht es für uns nicht um Kilometer sondern um das Erleben von Natur und Kultur.

Wo schlaft ihr denn?
Wir zelten wild oder auf Campingplätzen, und wir nehmen immer wieder mal ein Hostel.

Habt ihr keine Angst nachts wenn ihr zeltet?
Nee. Wir suchen uns einen Platz abseits der Straße, so dass wir nicht gesehen werden. Die Gegenden sind sowieso meist sehr einsam. Das einzige, was uns dann noch die Nacht versauen kann sind Tiere. Hunde, Kühe, Lamas, Schafe, etc. Und manchmal auch Vögel...

Ihr zeltet? Ist das nicht kalt nachts?
Klar, in manchen Regionen ist es saukalt nachts, aber wir haben dafür passende Schlafsäcke, die uns warm halten. (s. o. Richtig vorbereiten)

Wie wascht ihr euch denn wenn ihr in der Wildnis zeltet?
Wenn es einen Fluss oder See in der Nähe gibt, dann dort, ansonsten haben wir ca. 3/4 Liter Wasser pro Person zum Waschen dabei. Wenn das Wasser knapp ist, fällt das Waschen aus.

Habt ihre die ganze Strecke vorher geplant und festgelegt?
Nö, wir haben Start und Ziel festgelegt, sowie einige Orte und Regionen, die wir gerne sehen wollen. Ansonsten genießen wir die Freiheit unterwegs zu entscheiden wohin uns die nächste Etappe führt.

Wie schafft ihr es ein halbes Jahr Zeit zum Reisen zu bekommen und das kostet ja auch Geld?
Alex hat als Lehrerin ein halbes Sabbatjahr genommen und ich arbeite freiberuflich. Das Geld haben wir vorher angespart, bzw. wird durch die Sabbatregelung angespart.

Woher könnt ihr so gut spanisch?
Wir haben in Ecuador zwei Wochen lang Unterricht genommen. Und Alex ist ein Naturtalent!

Die Luft ist doch oben in den Bergen so dünn, ist das nicht anstrengend?
Ja, das ist anstrengend! Viel atmen, alles läuft etwas langsamer und wenn es ganz arg wird kauen wir Cocablätter.

Coca?
Ja, Coca!
Zusammen mit ein wenig Llipta (Katalysator) im Mund einspeicheln und dann in die Backe oder unter die Zunge legen. Das vertreibt die Müdigkeit und hilft gegen Kopfschmerzen für gut eine Stunde, dann ggf erneuern. Auch der Cocatee am Morgen ist eine gute Sache. Und nein, wir sind keine Drogenjunkies, das Zeug kann man in Peru und Bolivien auf jedem Markt kaufen. Im Norden Argentiniens gibt es die Blätter auch noch, sie sind aber nur geduldet und im Rest des Landes eigentlich verboten.

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