Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…

... aber wo soll ich anfangen? Ich sitze wieder an meinem Schreibtisch in unserer neuen Wohnung. Wir haben noch nicht viele Möbel, aber sie sind bestellt. Aus dem Nebenzimmer höre ich Alexandra werkeln. Sie genießt die eigene Küche und kocht.
Seit knapp drei Wochen sind wir wieder in Deutschland und bisher ist das Lebensgefühl noch wie auf der Reise. Wir wohnen jetzt an einem anderen Ort, wie so oft unterwegs. Wir finden uns an neuen Orten schnell zurecht. So auch in unserer neuen Wohnung.

Irgendwann wird uns der Zeittakt des Alltags in Deutschland wieder einholen. Dagegen können wir uns nicht wehren. Aber die Leichtigkeit im Bauch, die Relativität der Lebensumstände, die uns jetzt so bewusst ist, die wollen wir uns bewahren. Vielleicht helfen uns dabei die vielen Fotos oder die Erinnerungsstücke, die wir uns von unterwegs nach Hause geschickt haben. Der Cowboyhut aus Texas und die Brosche von Mom und Dad, Alexandras Gasteltern, die mich nun als Schwiegersohn angenommen haben. Das Holzmesser, dass ich beim Blasrohrschießen im Regenwald Ecuadors gewonnen habe. Die Bauschbinde in perfekter Webkunst von Taquile, einer Insel im Titicacasee, über dessen Verkauf sich die junge Frau so wunderbar gefreut hat.

Ich habe immer nur einige Bilder, an die ich mich spontan erinnere, aber wenn ich im Tagebuch lese werden es unendlich viele. Im Rückblick habe ich viele der Anstrengungen vergessen und beginne schon jetzt zu romantisieren. Das Tagebuch, zeitnah geschrieben, zeigt auch die negativen Seiten. Das endlose Auf und Ab auf dem Highway 101 und 1, die schimpfenden Autofahrer in Nevada, viel zu viele Hamburger, der ständige Versuch uns als Gringos bei Geschäften übers Ohr zu hauen und und und...

Dem Wettergott können wir nur applaudieren. Im Mittel über ein Jahr war es fantastisch. Insbesondere im Vergleich mit der Bremer Sonne...

Ich werde keine Statistik über Tageskilometer, Höhenmeter, Pannen usw erstellen, denn es ist nicht wichtig. Wir können viel von der Reise erzählen und machen es bereits wenn Freunde und Familie fragen. Wichtiger ist, dass wir Bilder aus einer anderen Welt in unseren Herzen tragen, Bilder voller Farben, Formen und Gefühle. Diese Bilder erfüllen uns mit einer wunderbaren Fröhlichkeit. Ich will versuchen den Menschen in meinem kommenden Alltag mit einem Lächeln zu begegnen und mich so für diese wunderbare Reise bedanken.

3 Antworten

  1. Thomas
    Hallo Huebi, Behalte dir diese Stimmung bei. Das ist eine wunderbare Einstellung die leider viel zu selten in unserem heutigen Altag zu finden ist. Ansatzweise finde ich sie gerade im Urlaub wieder, aber im normalen Leben ist sie leider allzuoft ganz schnell wieder verschwunden. Lieben Gruss von der Mosel Thomas
  2. Torsten
    Hallo Markus, schön das Ihr wieder da seit. Viele Grüße Torsten
  3. Hi, super Reise, die Ihr da vollbracht habt. Insbesondere ohne Kilometer zu fressen! Markus, falls Du noch Tipps für Rumänien für mich hast, melde Dich bitte. Viel Grüße (und ewigen Rückenwind ;-) )Stefan

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