Wieder an der Nordsee

Die Ems führt mich nach Norden. Der Deich wird höher. Im doppelten Sinne. Zum einen ist der Deich an der Nordsee höher als an der Ems im Binnenland zum anderen werden die Deiche konsequent aufgeschüttet. Hier wo das Wasser durchaus zur Bedrohung werden kann, ist man sich des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels bewusst und reagiert entsprechend. So fahren unzähliger LKWs an den Deichbaustellen den schweren Kleiboden heran, der noch immer als Deckschicht zum Deichbau verwendet wird. 
Ich habe das Gefühl wieder zu Hause zu sein. Man grüßt wieder mit „Moin, Moin“, und bei Freunden habe ich seit langem wieder den Tee mit Kluntjes und Sahne getrunken. 
In Norddeich laufe ich, gespannt darauf das Meer zu sehen, auf den Deich, aber das Meer ist weg. Es ist Ebbe und vor mir breitet sich das Watt aus. Eine riesige Fläche voll Schlamm und doch freue ich mich über den Anblick und lasse mir ein paar Minuten von der steifen Brise die Haare durchpusten. 
Von nun an ist der Weg klar. Immer am Deich entlang über die vielen Siele bis an die Weser und dann flussaufwärts nach Bremen. Es ist ein seltsames Gefühl den Namen meiner Heimatstadt zuschreiben. In ein paar Tagen bin ich zu Hause. Bei dem Gedanken dreht es sich in meinem Kopf. 
Die Strecke am Deich ist eintönig. So lasse ich die Reise in meinem Kopf Revue passieren und erzähle den Schafen auf dem Deich die ein oder andere Geschichte...

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