Yanapanakusun

Cusco, der Nabel der Welt. Wir haben uns hier für eine Unterkunft entschieden, deren Geld hauptsächlich einem guten Zweck zugute kommt. Die Organisation heißt Yanapanakusun (Quechua für "Wir helfen einander") und kümmert sich um Kinder und Jugendliche, hauptsächlich Mädchen, die von ihren Familien in die Stadt geschickt wurden in dem Glauben, sie bekämen eine Ausbildung, wenn sie im Gegezug ein wenig im Haushalt helfen würden. Die Realität sieht leider meist anders aus. Die Kinder gehen gar nicht zur Schule und arbeiten bis zu 18 Stunden am Tag mit wenigen Pausen und wenig zu Essen. Diese Mädchen werden fast immer ökonomisch und oft körperlich und sexuell missbraucht. Die meisten verlieren den Kontakt zu ihren Familien. Dieser Ort kümmert sich um diese Mädchen, klärt sie über ihre Rechte auf, bietet ihnen eine Schulausbildung und somit eine Zukunft. Im Laufe der Jahre ist das Projekt gewachsen und betreibt jetzt auch Aufklärung in den ländlichen Gemeinden um die Migration der jungen Menschen zu verhindern und die Familien aufzuklären.

Heute waren wir das erste Mal hier frühstücken. Einige dieser Mädchen arbeiten in der Küche, aber unter sehr guten Bedingungen. Die Küche ist warm (tatsächlich einer der wenigen warmen Räume überhaupt hier in den Anden) und die Touristen sind nett. Das Kümmern in der Küche hat eine alte, italienische Frau, so um die 80 Jahre alt, übernommen. Sie ist diejenige, die damals begonnen hat, Kinder bei sich aufzunehmen, die als billige Haushaltsangestellte missbraucht wurden. Sie ist sehr dünn, ihr Rücken ist gekrümmt, ihr Gesicht hat 1000 Falten mit einem liebevollen Ausdruck darin und ihr Haar ist weiß und ein wenig durcheinander. Sie saust durch die Küche und passt auf, dass keiner hungrig wieder raus geht und zwischendurch hat sie noch Zeit für einen gelegentlichen Zug an ihrer Zigarette. Als eines der Mädchen sich, mit einem belegten Brötchen in der Hand, auf den Weg zur Schule macht, vergisst sie nicht sich bei diesem über 80igjährigen Energiewunder zu verabschieden und freut sich über ein paar herzerwärmende Worte für den Weg.

Aus Respekt vor den Kindern gibt es diesmal kein Foto!

1 Antwort

  1. Thomas
    Hallo Ihr beiden, es ist schön, dass Ihr aud eurer Reise auch so ein Projekt unterstützt und auch über eure Seite öffentlich vorstellt. WICHTIG. Alles Gute weiterhin und haltet die Ohren steif. Thomas

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