Nummer 1

Markus

Wir haben das erste Land auf unserer Reise durchquert – die Niederlande. Zeit den ersten Artikel unterwegs zu schreiben.

Ich tippe auf einer faltbaren Tastatur und das Handy ist mein Display. Ich habe zuhause nur die Bluetooth Verbindung getestet und nun übe ich mit diesem Artikel das Schreiben in WordPress. Dabei sitze ich in Brügge in einem Hostel am Küchentisch. Das wiederum ist Luxus nach 11 Tagen im Zelt. Und so teuer wie Brügge ist, wird das auch Luxus bleiben.

Das Radfahren in Holland ist sehr einfach und komfortabel. Die Radwege sind unglaublich gut ausgebaut. Das Besondere ist, dass die Wege so gestaltet sind, das wir als Radfahrende geführt werden. Kreuzungen, Kreisel etc sind kein Problem. Der Weg ist gut vorgegeben. Auf diesen Wegen war es leicht die ziemlich verstädterte Zone zwischen Amsterdam und Rotterdam zu fahren. Dort haben wir nicht nur Touri-Regionen gesehen sondern sind durch viele Viertel mit unterschiedlichem Ambiente gefahren. Die Wege sind überall super.

Holland ist natürlich mehr als gute Radwege. Wasser zum Beispiel, ist der ständige Begleiter. Unzählige Kanäle, in denen das Wasser auf fast dem gleichen Niveau wie die Straße und die Häuser liegt. Manchmal sind die Radwege sogar unterhalb der Wasserlinie – aber natürlich trocken.

Im Trockenlegen von Landflächen sind die Holländer wohl die Meister. Die beiden Sädte Lelystad und Almera liegen auf einem, dem Meer abgerungenen Gebiet, dass mit Hilfe eines gigantisch langem Deich trocken gelegt wurde. Die Städte sind ganz jung und konstruiert, und nicht über Jahrhunderte gewachsen. Dadurch wirken sie funktional, praktisch aber irgendwie fehlt die Seele – finde wir.

Zu den Kanälen gehören dann viele, oft bewegliche Brücken und Fähren. Auf der kleinsten Fähre haben wir uns selber ans andere Ufer gekurbelt und auf der Größten haben wir an einem Terminal eingecheckt. Die beweglichen Brücken sind für uns toll anzuschauen und wir haben gerne die vorbeiziehenden Schiffe beobachtet. Eine solche Brücke auf dem täglichen Weg zur Arbeit stelle ich mir als nerviges Hindernis wie zum Beispiel der Bahnübergang in Bremen-Mahndorf vor, an dem ich schon viel Lebenszeit gewartet habe.

Und sonst? Windmühlen! Historische und neue Windkraftanlagen gibt es täglich zu sehen. Hätte ich als Kind ein Bild von Holland malen sollen, wäre es eine Windmühle am Kanal mit großen Rollen Gouda gewesen. Der Käse war aber gar nicht so präsent. Vielleicht waren wir nicht in der richtigen Region. Lecker waren die Produkte, die wir in den Hofläden gekauft haben und im Supermarkt habe ich gerne Lakritz mit in den Warenkorb gelegt.

Wir haben bisher immer im Zelt übernachtet und waren dabei brav auf Campingplätzen. Die sind ganz schön teuer. Vielleicht ist es die Preissteigerung nach Corona, oder es ist das Preisniveau in diesem Land. Wir haben mit der App „Kamperen“ Naturcampingplätze gefunden, die Bauernhöfen angeschlossen sind. Der Komfort ist unterschiedlich, aber definitiv nichts für Luxussuchende. Ich fand es toll, wenn die Hühner auch mal am Zelt vorbei laufen oder die Katze auf eine Streicheleinheit hereinschaut.

Vor uns liegen 1,5 Tage Belgien, dann ein Tag Frankreich und schon gehts auf die Insel. Dort ist unser Ziel das SpoonTown Festival. Aber das ist eine neue Geschichte.

Mehr Bilder und aktuelle Infos gibt es auf Instagram. (Link ist unten in der Fusszeile). Eure Fragen schreibt ihr gerne unten in die Kommentare.

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