Der Regen hat aufgehört!

Endlich! Heute ist Sonntag und der Wetterbericht hat recht behalten. – Es ist trocken und zwischen den Wolken sehen wir sogar blaue Flecken.

Wir packen unsere Sachen und sind um kurz vor neun auf dem Rad. Gerade am Ortsausgang von La Junta fällt mir ein, dass wir noch Brot kaufen wollten. Also zurück. Es gibt viele kleine Läden hier, aber heute ist Sonntag und sie sind geschlossen. Die letzte Hoffnung ist die Tankstelle. Dort bekommen wir den Tipp wo es Brot gibt. Das klappt und nach Stadtrundfahrt sind wir endlich auf der Carretera unterwegs Richtung Puyuhuapi. 

Es ist kalt heute morgen und die Berge verdecken die Sonne. mit Handschuhen, drei lagen Shirts und Windjacke schwitzen wir nur wenig bergauf und frieren entsprechend kaum wenn wir die Berge runtersausen.

Die Steigungen sind moderat, Wind ist auch nicht da, und so wir kommen gut voran. Kurze Stopps für Fotos und Snacks und die Kilometer sausen so dahin. Ein paar Kühe grasen direkt am Straßenrand und eines der Kälber erschrickt, als es uns sieht und läuft direkt auf die Straße. – Danke für die niedliche Abwechslung. 

Der Blick auf die Bergspitzen zeigt reichlich Neuschnee. Das sieht schön aus und wir sind froh nicht da oben fahren zu müssen. Wir werden von einer geführten Tour einer Englischen Gruppe überholt. Sie haben kein Gepäck und sind deutlich schneller unterwegs. Gestern sind sie in den Bergen durch den Schnee gefahren…

Komoot sagt, die Hälfte der Strecke ist Schotter. Nach weit über der Hälfte ist immer noch Asphalt. Ich kann damit leben. Es ist schön, so unbeschwert dahinzufahren. 

Wir halten an einer passenden Stelle an um mit der Drohne ein paar aufnahmen zu machen. Ein Wanderer kommt uns entgegen. Es ist Olli, dem wir von Insta kennen und der zu Fuß die Anden längs durchquert. Jeden Tag 40 Kilometer! Ich bin beeindruckt. Wir unterhalten uns am Straßenrand, machen ein Foto und dann wandert Olli weiter Richtung Norden und wir starten von der Drohne gefolgt Richtung Süden. 

Links unter uns liegt der Lago Risopatron. Das Wasser sieht von hier aus tief schwarz und eiskalt aus. 

An einer Parkbucht machen wir unsere Mittagspause. Es ist nicht leicht einen schönen Platz zu finden denn neben der Straße ist entweder Berg, dicht bewachsen oder ein Zaun. Deswegen sind wir nicht wählerisch. Es gibt Brot und Wurst und Käse und gern etwas Süßes zum Nachtisch. Dabei sitzen wir auf unsere faltbaren Stühlen. Ein Luxus den ich hier in der nassen Gegend nicht missen möchte. 

Nach der Pause sind wir bald schon am Ziel. Es ist ein kurzer Tag auf dem Rad. Olli hat uns einen Tipp für einen Campingplatz gegeben und den finden wir auch schnell. Überdachte Stellplätze, eine richtig heiße Duschen, WiFi und ein Raum mit einer Hexe (Holzofen). Alles sieht etwas  abgerockt aus, wie so oft. Aber alles funktioniert. Und die Besitzer sind, wie so oft, so hilfsbereit und freundlich, das wir uns gut aufgehoben fühlen.

Als das Lager eingerichtet ist, machen wir einen Dorfrundgang. Es gibt unzählige Cabañas. Vermutlich ist hier ab Januar der Bär los. Wir freuen uns viel mehr über das kleine Café, in dem wir lecker Kuchen und Kaffee genießen. Gerade der Kuchen, der hier auch so heißt ist vermutlich aus Deutschland eingeführt. Der ganze Ort wurde von Deutschen gegründet. 

Bis in die 80 ihre Jahre war der Ort nur mit Schiff oder Flugzug erreichbar. Heute ist die Carretera Austral sogar asphaltiert. 

Wir kochen vor dem Zelt. Es gibt Kartoffelpü mit ein paar Möhren und Käse. Das macht satt und hat ein gutes Packmaß. Wir haben gerade essen für 6 Tage dabei. Ich bin immer wieder erstaunt wie das in die Taschen passt. 

Jetzt sitzen wir in dem Raum neben dem Ofen. Es gibt, wie immer wenn es kalt ist, noch Tee und wir schreiben Tagebuch und diese Zeilen. In der Nacht wird es bis 1 Grad kalt. Da freuen wir un über die warmen Schlafsäcke. 

Morgen geht es weiter, jedoch nicht bevor wir Colleen ein Ständchen gesungen haben, denn sie hat Geburtstag. Wie weit wir morgen fahren, wissen wir noch nicht. Leider hat der Nationalpark in dem wir wandern wollten morgen geschlossen und so werden wir spontan entscheiden wie weit wir morgen radeln. 

Ihr erfahrt es sicherlich auf Instagram!

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit sed.

Follow us on