Bye Bye USA, Bienvenidos Ecuador

von Alexandra, 02. November 2011

13:42 Flughafen Atlanta. Der südamerikanische Teil unserer Reise beginnt. Dreieinhalb Monate sind wir durch die USA geradelt. Die letzten zwei Wochen haben wir mit Freunden verbracht, bei denen wir uns wirklich Zuhause fühlen konnten. Das Radeln ist weit weg und ich kann noch nicht glauben, dass ich heute Abend ein Taxi auf Spanisch bestellen muss. Wir werden dann in Quito bei unserer Gastfamilie sein und nächste Woche fängt der Spanischunterricht an.

Wir haben so viel gesehen, so viele Menschen getroffen und sind wirklich in diese andere Kultur eingetaucht. Es gab Dinge die uns gefielen, und andere, die wir nicht so prickelnd fanden. Besonders die überwältigende Offenheit der Menschen, die wir getroffen haben, hat uns beeindruckt. Egal ob arm oder reich, Abenteurer oder Geschäftsleute, jung oder alt, alle waren einfach nur neugierig auf das, was wir machen. Auch wenn sie sich für sich nicht vorstellen konnten, so eine Reise zu machen, bekamen wir meist folgende Reaktion: “Good for you, I cannot imagine doing it myself, but you must be in good shape!” (Gut für euch, ich kann mir das zwar nicht vorstellen aber ihr müsst echt fit sein.) Der “good for you” Teil hat uns besonders gefallen. Immer, wenn wir etwas ratlos in der Gegend rumstanden fand sich jemand, der uns Hilfe anbat. Oft ging die Hilfe weit über das normale Maß hinaus. Wir wurden zum Duschen eingeladen, übernachteten auf einem Campingplatz für die Army obwohl das für Zivilisten eigentlich nicht möglich ist (wir haben uns nie so sicher auf einem Campingplatz gefühlt…), als wir völlig durchnässt auf dem Campingplatz in Kingman ankamen bekamen wir eine Hütte zum Preis eines Zeltplatzes, und so weiter….

NatürIich gibt es auch Dinge, die wir gerne zurücklassen. Oft sind wir durch Gegenden geradelt in denen uns nur die Hunde gejagt haben, wir aber keine Menschseele gesehen haben. Obwohl tollstes Wetter war, nicht zu heiß, nicht zu kalt, strahlender Sonnenschein, hielt sich niemand draußen auf, alles schien ausgestorben, manchmal stellten wir uns vor, dass eine Bombe all Menschen getötet hatte und nur die Tiere haben es überlebt (die grüne Woke lässt grüßen). Es war zeitweise richtig unheimlich. Am Schluss konnten wir auch das Essen nicht mehr sehen. In Kalifornien gab es noch Restaurants, die nicht den großen Ketten angehörten und die Supermärkte boten noch Biolebensmittel, ohne den gentechnisch veränderten Massengeschmack. Je weiter wir uns von der Küste entfernten, umso schwieriger wurde es, gutes Essen zu kaufen. Fleisch und Frittiertes wurden zu Grundnahrungsmitteln, Gemüse und Obst waren Beilage. Immer wenn wir etwas Leckeres fanden, war es, als höben wir einen Schatz.

Jetzt können wir es kaum erwarten, wie sich die südamerikanische Kultur anfühlt, auf die wir bald treffen werden. Unsere Gastfamilie liebt es, mit ihren Gästen zu kochen, die Schule ist nur einige Minuten entfernt (zu Fuß, nicht mit dem Auto!!!). Es sind 22 Grad in Quito, kein Regen. Das ist doch ein guter Anfang.

Bienvenidos Ecuador! 

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