Straßen und Verkehr

Zählen wir Deutschland mit, sind wir nun im vierten Land auf unserer Reise. Wie das mit dem Radfahren in den Ländern so klappt könnt ihr hier lesen.

Deutschland

Deutschland wäre gerne ein Fahrradland,

schafft das aber nur teilweise. Es gibt sehr viele gut ausgeschilderte Radwege auf denen man gut von A nach B kommt. Die Verkehrsführung ist aber nicht immer gut. Radwege enden spontan, oft muss in ländlichen Regionen die Straßenseite gewechselt werden und in der Stadt ist es oft unklar, wo wir als Radfahrer eigentlich fahren sollen. Dabei ist das Regelwerk so kompliziert, das es schwer zu lernen ist. Nun, das ist unsere kritische Sicht als Deutsche Allltagsradler. Als Radtourist wird Deutschland vermutlich sehr gut wegkommen. Denn es gibt eine große Auswahl an Fahrradkarten und Radwanderführer vom BVA Verlag, der mit dem ADFC, dem vermutlich weltweit größten Radverkehrsclub gemeinsam für flächendeckende Karten in verschiedenen Maßstäben sorgt. 

Niederlande

In Sachen Radverkehr ist dieses das Land meiner Träume. Wir sind einfach mal davon ausgegangen, dass die Regeln mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Das hat gut funktioniert, insbesondere, weil die Verkehrsführung für Radfahrer so klar ist, dass man auch ohne Kenntnis der Regeln sicher sein Ziel erreicht. Wir sind eine lange Strecke durch die verstädterte Zone südlich von Amsterdam und in Rotterdam gefahren. Das war leicht und entspannt zu fahren. Es ist genug Platz vorhanden und die Vorfahrt wird klar signalisiert. Wir mussten also nur noch wissen wohin wir fahren wollten. Dabei hat Komoot wie immer gut geholfen. Eine richtig gute Lösung um die Route zum nächsten Ziel zu finden ist das Knotenpunktsystem, das ein engmaschiges Netz über das ganze Land spannt und perfekt ausgeschildert ist. 

Belgien

Wir sind an einem Kanal über die Grenze gefahren und haben es nicht bemerkt (Toll so frei reisen zu können, oder?). Allerdings war der Radweg plötzlich sehr schlecht asphaltiert und so haben wir auf die Karte geschaut und festgestellt, dass wir die Landesgrenze überschritten haben. In Belgien sind wir nur ein kurzes Stück gefahren. Wir können also wirklich keine Aussage über das ganze Land machen. Aus dieser kurzen Erfahrung können wir sagen, das Belgien mit Holland nicht mithalten kann.

Frankreich

Neben leckerem Baguette und Käse haben wir gleich am ersten Tag einen tollen ausgeschilderten Radweg auf einer alten Bahntrasse gefunden auf der wir Richtung Dunkerque gefahren sind. 

Von England aus sind wir seid St. Malo wieder in Frankreich und finden die Eurovelorouten klasse. Auf der EV4 entlang der Küste fährt man auf verkehrsarmen Wegen, die gut ausgeschildert sind. Zum Teil sind sie ganz autofrei. Das hilft insbesondere bei dem ständigen Auf und Ab in der Bretagne.

Wenn wir uns morgen wieder auf den Weg machen, sind wir nach 10 km wieder auf einer Bahntrasse (V6) und später auf der EV 1 Richtung Nantes. Ich freue mich darauf! Wer in Frankreich Radfahren will sollte sich auf jeden Fall die Übersichtskarte „Voies Vertes et Veoroutes de France“ kaufen. Dort sind viele Radrouten drauf, die soweit ich jetzt schreiben kann ausgeschildert ne gut geführt sind. 

England

Tja, Linksverkehr, das ist auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. In einen Kreisverkehr „falsch herum“ reinzufahren kostet beim ersten Mal etwas Überwindung. Auch habe ich mich immer wieder ertappt, dass ich bei Gegenverkehr auf engen Radwegen oft auf die rechte Seite ausweichen wollte. Nach ein paar Tagen wurde das besser.

Die englischen Autofahrenden sind sehr rücksichtsvoll gegenüber uns. Sie haben uns im weiten Bogen überholt und gewartet, bis dafür Platz war. Very British könnte man sagen. 

Ich habe gedacht im Linksverkehr gilt Links vor Rechts. Aber diese Idee hat irgendwie nicht der Wirklichkeit entsprochen. Wir wurden bei von links kommenden Fahrzeugen immer wieder durchgewunken. Am Ende habe ich kein Konzept erkannt wer wann genau Vorfahrt hat. Es sei denn es ist durch Schilder geregelt. Verwirrend ist auch, dass der Radweg entsprechend auf der linken Seite ist, soweit nicht anders beschildert aber manchmal neben der Fahrbahn erst der Fußweg und dann der Radweg kommt. 

Insgesamt haben wir wenig Radfahrende in England gesehen. Das passt zur gefühlt konzeptlosen Radwegeplanung. Das trübt das Fahrvergnügend und mag im Alltag viele ganz abschrecken. 

Trotzdem ist England auf die ganz besondere Art schön und vielleicht fällt mein Urteil auch unfair aus, weil es durch Regen und ganz viel Gegenwind getrübt ist. Ein Tipp für England für alle die mit Rückspiegel fahren: Baut Euch den Spiegel von links nach rechts um!

In allen Ländern gab es keine Helmpflicht für Radfahrer. Wir haben je nach Situation einen getragen. Alle Länder haben ihre Eigenarten im Straßenverkehr und es ist spannend das so direkt nacheinander zu erleben. 

Wir sind nun noch weitere 1000 km auf Frankreichs Straßen und Radwegen unterwegs, so das wir uns eingewöhnen können, bis in Spanien vielleicht neue Eigenheiten auf uns zukommen. 

Habt ihr Fragen und Anmerkungen, dann schreibt uns gerne in die Kommentare und folgt uns auf Instagram. Link ist unten in der Fusszeile.

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