Camping

Letzte Woche waren wir auf einem Campingplatz, der uns gut gefallen hat. Warum? Weil er ziemlich genau unseren Bedürfnissen als Radreisende gerecht wurde. Nach einem bewegungsreichen Tag auf dem Rad brauchen wir keine weitere Animation sondern

Pause! Ein Dusche aus der so viel Wasser kommt, dass man sich gut die Haare Waschen kann und richtig toll ist es, wenn sich die Temperatur des Wassers regeln lässt. Das ist leider nicht immer so. Es variiert von Land zu Land oder von Region zu Region. 

Natürlich ist auch die Ausstattung eines Campingplatzes nicht immer gleich. Wenn wir auf Google nach einem möglichen Platz suchen werden neben dem Ort immer ein paar Bilder und eine Bewertung sichtbar. Die Google Sterne sind dabei nicht mit den 0-5 Sternen einer externen Campingplatzbewertung, wie zum Beispiel vom ADAC, zu verwechseln. Beide Bewertungen haben wir mit der Zeit lesen und interpretieren gelernt. Die Sterne eines Campingplatzes ergeben sich nach einem Bewertungschema, das nicht unbedingt unsere Bedürfnisse berücksichtigt. 5 Sterne haben oft viel Animation für Jung und Alt. Ein Pool oder sogar ein ganze Spaßbad, Disco oder andere laute Abendveranstaltungen. Sie werben mit geräumigen Stellplätzen oder diversen Unterkünften, die manchmal an ein Hotel oder Appartement erinnern. Wir hingegen brauchen einen kleinen Platz für unser Zelt, gerne mit Windschutz und Schatten, je nach Wetter. Wir freuen uns, wenn wir abends andere Reiseradler oder Wanderer treffen und uns austauschen können. Zum Essen kochen sind für uns Tisch und Bank fünf Sterne wert. Und wir sind meist früh müde, und hoffen auf eine ruhige Nacht – also das Gegenteil von Animation! 

In den USA haben wir die Hiker -Biker Sites kennengelernt. Ein Teil des Campingplatzes war für Radfahrer und Wanderer reserviert. Sie kosteten (vor 12Jahren) pauschal 5 Dollar pro Person und wir konnten uns in diesem Areal einen Platz aussuchen. 

Genau solchen einen Platz hatten wir nun auch letzte Woche. Weg vom Trubel und den erdrückend wirkenden Wohnmobilfronten. Dafür Trinkwasser dicht am Zeltplatz und ein relativ kurzer Weg zu den Sanitäranlagen. Die waren sogar mit Klopapier ausgestattet und die Duschen waren so groß, dass man seine Klamotten aufhängen konnte, ohne dass sie beim Duschen nass wurden. Ja, und ein Tisch am Platz gab es auch, genauso wie ein Smalltalk mit den anderen Radreisenden. 

Es war das erste Mal, dass wir solche Bedingungen auf einem 4-Sterne Platz hatten. Sonst waren es genau die Plätze, die für unsere Bedürfnisse gerade nicht geeignet waren. Wir versuche deswegen Plätze zu wählen, die nur 2-3 Sterne haben.

Die Google Sterne helfen am besten, wenn dazu die Rezensionen gelesen werden. Immer die neuesten zuerst! Finden sich dort Hinweis von Radfahrern, sind das die besten Infos. Wie alt die Sanitäranlagen sind ist mir egal, wenn jedoch mehrere schreiben es sei dreckig, suchen wir woanders weiter. Ist der neueste Eintrag schon in paar Monate alt, hilft ein Blick auf die Website, um festzustellen, ob es den Platz überhaupt noch gibt. Wir lesen immer ein paar positive und negative Bewertungen. Oft sind gerade die Negativen völlig am Thema vorbei und der Platz kann für uns passend sein.

Preise sind ein weiteres Thema. Es wird immer alles teurer – klar! Ich möchte aber nicht die Animation und große Plätze für Wohnmobilisten mitfinanzieren. Hier in Frankreich haben wir eigentlich immer separate Preise für Zelter, Radfahrer und Wohnwagen etc gefunden. Das ist fair. Richtig toll sind die Camping Municipal, die vermutlich vom Staat gefördert sind und sehr günstige Preise bieten.

Ja und wild campen geht auch. Das kostet gar nix.

Schreibt ihr eigentlich Rezensionen für die Campingplätze auf denen ihr gewesen seid? Was ist Euch wichtig wenn ihr mit Zelt unterwegs seid? Schreibt es gerne in die Kommentare. 

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